Angebot zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Wohin mit den Kindern am Buß- und Bettag? Diese Frage stellen sich viele berufstätige Eltern mit schulpflichtigem Nachwuchs, weil der Feiertag zu Gunsten der Pflegeversicherung geopfert wurde. Sie haben das Problem der Kinderbetreuung, Bekannte, Freunde und Verwandte müssen mobilisiert werden, um die Betreuung an diesem Tag zu sichern. Nun haben die Mitarbeiterkinder des Landratsamtes die Möglichkeit, an diesem Tag an der Betreuung durch das Kreisjugendamt und die Stadtjugendpflege teilzunehmen. Dabei können die Kinder auch den Arbeitsplatz der Eltern kennenlernen, und sie können dem Landrat ein Besuch in seinem Dienstzimmer abstatten.
Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird zum ersten Mal eine zuverlässige Betreuungsmöglichkeit der Kinder und Jugendlichen im Landratsamt angeboten. Aber auch weitere berufstätige Eltern, die an diesem Tag ein Betreuungsproblem haben, können ihre Kinder über die Stadtjugendpflege anmelden. In Kooperation von Landratsamt und der Stadt Karlstadt wird ein altersgerechtes, interessantes Freizeit- und Betreuungsprogramm aufgestellt. Damit möchten Landrat Thomas Schiebel und Bürgermeister Dr. Paul Kruck die Familienfreundlichkeit der Verwaltungen im Landratsamt und in der Stadtverwaltung unterstreichen.
Im Bild (Holger Steiger) v. li.: Bernhard Metz (Leiter AK Familie), Landrat Thomas Schiebel, Bgm. Dr. Paul Kruck und Thorsten Schubert, der Familienbeauftragte der Stadt Karlstadt.
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Kindermitbringtag im Landratsamt
»Mein Papa schreibt Briefe, empfängt E-Mails und antwortet auch auf die«. So beschreibt ein Bub die Arbeit seines Vaters im Landratsamt in Karlstadt. Dorthin durfte er am Mittwoch selbst gehen und wurde mit anderen Mädchen und Buben von Landrat Thomas Schiebel begrüßt. Der Buß- und Bettag ist schulfrei - doch was tun mit schulpflichtigen Kindern, wenn man selbst arbeiten muss? Landratsamt und Stadt Karlstadt hatten sich zusammen getan und am Mittwoch erstmals eine Betreuung für die Mitarbeiterkinder angeboten.
50 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren kamen. Landrat Schiebel begrüßte die Schar um 8 Uhr im Bocksbeutelkeller des Landratsamts. Dort standen aber keine Weinflaschen auf dem Tisch, sondern Mandala-Vorlagen zum Malen; es konnte auch Mensch-ärgere-Dich-nicht gespielt werden - kein schlechter Einstieg für den Besuch in einer Behörde.
Ein bisschen kannten sich die Schulkinder aus - einer erzählte, dass die Mama mit Baurecht zu tun hat, ein anderer wusste sogar, wo das Rechnungsprüfungsamt ist. Schiebel ging locker auf seine jungen Gäste ein: »Ich bin der Landrat und der Chef hier in der Behörde«. Damit die Kinder sich vorstellen können, mit welchen Dingen sich die Mitarbeiter beschäftigen, wählte er einfache Beispiele aus dem täglichen Leben: Für die Mülltonnenleerung ist das Landratsamt genau so zuständig wie für die Zulassung der Autos. Wie aus der Pistole geschossen kam auch die Antwort, was MSP auf den Zulassungskennzeichen bedeutet.
Es war zwar schulfrei, aber ein bisschen Heimatkunde konnte nicht schaden: So wissen die Kleinen nun, dass an den Landkreis Main-Spessart Hessen und Baden-Württemberg angrenzen und mit ein bisschen Einflüstern von noch anwesenden Mamas bekamen ihre Sprösslinge auch die vier größten Städte des Landkreises zusammen. Wiesthal gehört da aber nicht dazu, wie ein Kind vermutete. Die Besucher durften auch den neu gestalteten Sitzungssaal im zweiten Stock anschauen. Bevor sich Schiebel versah, war sein angestammter Platz von einem vorwitzigen Buben besetzt, der auch gleich versuchte, ins (ausgeschaltete) Mikrofon zu sprechen. Er wird dem Landrat zwar nicht so schnell den Posten streitig machen, aber früh übt sich, wer einmal ein Kreispolitiker werden will.
Damit keine Langeweile aufkommt, gab es auf den Tag verteilt bis 17 Uhr eine Stadtrallye, Basteln im Jugendzentrum, eine Stadtführung, einen Kinofilm und einen Niedrigseilparcours vor dem Rathaus. Organisiert hatten das Programm Kreisjugendpfleger Bernhard Metz und seine Kollegen von der Karlstadter Jugendpflege mit Hilfe von jungen Betreuern. Die Betreuung war umsonst, das Essen hat 2,50 Euro gekostet. Das familienfreundliche Angebot soll künftig noch ausgebaut werden.
Quelle: Sylvia Schubart-Arand, Main-Echo